Perspektiven der neuen Zeit: emotional achtsam und gemeinwohlorientiert

Gemäß einer Befragung von 30 000 Konsumenten weltweit von Havas Medical/Accenture sind 72 % der Menschen der Ansicht, dass das gegenwärtige Wirtschaftsmodell nicht dem Planeten und der Gesellschaft als ganzer entspricht.

Die klassischen „ismen“ Kommunismus, Kapitalismus, Katholizismus, Protestantismus usw. sind im Grunde Konstrukte mit ideologischen Prämissen, denen sich Menschen in welcher Form auch immer, unterzuordnen haben. Damit verbunden sind Profiteure und Verlierer des Systems, je nach den persönlichen Möglichkeiten sich das System zunutze zu machen oder eben nicht.

Das ist aber nicht das, was Menschen wollen. Das Ziel dürfte das gute Leben aller sein.

Ins Zentrum dieser Betrachtung rücken Werte, die, wenn sie authentisch gelebt werden, das Erreichen des Zieles näher rücken lassen.

Solche Werte sind Menschenwürde, Gerechtigkeit und Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit sowie Mitbestimmung und Transparenz. Rechte, die der Menschenrechte-Charta der Vereinten Nationen enthalten sind. Weitere Orientierung liefern die im September 2015 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung der Uno verabschiedeten 17 Ziele, die sogenannten „Sustainable Development Goals“ kurz SDGs.

Die Gemeinwohlökonomie, kurz GWÖ, tritt für die die Verwirklichung dieser Werte ein und erlebt zurzeit einen rasanten Zulauf. Informationen finden Sie hier >> (Link: www.ecogood.org)

Die Bewegung der Gemeinwohlökonomie hat sich mit dem Netzwerk Achtsame Wirtschaft in dem Ziel zusammengetan, dass die Werte von den Menschen, die sich damit verbunden fühlen, dauerhaft gelebt werden können. Schwerpunkt ist zunächst die Wirtschaft, doch geht Achtsamkeit im Grunde jeden an.

Achtsamkeit lenkt den Blick von außen auf innen. Wir verbinden uns mit uns selbst und horchen auf unser Herz, unsere Intuition und anschließend auf unseren Verstand, um so frei zu werden von den mannigfachen Verunsicherungen, denen wir im Außen ausgesetzt sind. Aus dieser Autonomie heraus agieren wir dann in Augenhöhe mit denjenigen, die das ebenso praktizieren. Die Effekte sind kolossal: Statt überreden entsteht verstehen, statt Machtkämpfe zu führen entsteht ein Miteinander, an die Stelle von Konkurrenz tritt Kooperation. Wir leben im Wohlgefühl mit uns und den uns in der Weise verbundenen Menschen. Da spielt auch Hierarchie keine Rolle mehr, wir kommunizieren auf einer Ebene von gleich zu gleich.

Nähere Informationen zum Netzwerk achtsame Wirtschaft finden Sie hier>> (Link zu www.achtsame-wirtschaft.de)

Sind wir in der Weise achtsam, können wir uns und unser Denken, Fühlen und Handeln wie von einer höheren Ebene her betrachten. Wir sind nicht mehr im Modus des „Sofort-Reagieren-Müssens“. Da zwischen Reiz und Reaktion bekanntlich die Freiheit liegt, erleben wir uns entspannter, rücksichtsvoller zuerst mit uns selbst und dann mit unseren Mitmenschen. Wir müssen nicht „Recht haben“ oder „Recht bekommen“ und das je nach dem unter Ausschöpfung aller rechtlichen Schritte. Wir können uns zurücklehnen in der Betrachtung der uns ständig begleitenden Lebensdramen, ohne dem Impuls, was wir im Theater schließlich auch nicht tun, (sofort) eingreifen zu müssen.

Was ist der besondere Vorteil einer solchen Haltung? Auf jeden Fall – weniger Stress!!

Statt die Kämpfe der Vergangenheit im Hier und Jetzt zu führen, die sich aus der Auslösung von Emotionen ergeben, bleiben wir gelassen und nehmen die Dinge des Lebens – auch mit mehr Humor –  an. (Siehe dazu „www.emotionstag.com“)

Damit sind wir beim dritten Punkt der hier angestellten Betrachtungen. Unser Umgang mit Emotionen. Wer wünschte sich nicht manchmal, dass er sich statt in Rage mit seinen Mitmenschen gebracht zu haben, lieber auf die Zunge gebissen hätte. Aber geschehen ist nun mal geschehen, da können wir rückwirkend auch nichts ändern.

Um das zu vermeiden, hilft wieder die beschriebene Achtsamkeit.

Hier schließt sich nun ein Kreis. Sind wir achtsam mit uns und unseren Emotionen, leben wir körperlich und seelisch gesünder. Wir finden mehr und mehr die Menschen mit eben dieser Haltung, was das schöne schwere Miteinander gleichsam einfacher werden lässt. Wir leben mehr und mehr den Konsens, der einem Win-Win entspricht, als dauernd Kompromisse eingehen zu müssen, die nichts anderes sind als Vereinbarungen im Lose-Lose.

So werden Sie erleben, dass das in unserer Wirtschaft geforderte „Höher, Schneller, Weiter“ gar nicht unserem Naturell entspricht. Wenn Sie bevorzugen sollten, gesund alt zu werden, Wohlgefühl und einen guten Grad an Qualität zu leben, dann sollte immerhin der Schritt hin zur Gemeinwohlökonomie als neuer Rahmen für unser Wirtschaftssystem erwogen werden.